Manifest des Energetischen Realismus
Energetischer Realismus ist der Versuch, das Formlose in Form zu bringen.
Er sucht nicht das bloß Sichtbare, sondern das Wirksame hinter der Erscheinung.
Nicht die Oberfläche steht im Zentrum,
nicht die Beschreibung der Welt durch die fünf Sinne,
sondern jene Energie, die Menschen, Dinge, Räume und Beziehungen durchdringt.
Meine Arbeit versteht das Bild nicht als Abbild,
sondern als Spur eines inneren Geschehens.
Linie, Farbe und Form dienen nicht nur der Darstellung,
sondern der Annäherung an das Unsichtbare.
In diesem Sinn berührt sich der Energetische Realismus mit der Idee der automatischen Zeichnung.
Auch hier geht es darum, Kontrolle zu lockern,
dem noch Ungeformten zu begegnen
und dem Verborgenen eine sichtbare Gestalt zu geben.
Doch es geht nicht allein um Traum oder Unterbewusstsein.
Es geht um eine Wirklichkeit hinter der äußeren Wirklichkeit.
Um Schwingung, Beziehung, Ahnung, Verdichtung.
Um das, was nicht direkt gesehen werden kann und dennoch wirkt.
Energetischer Realismus ist deshalb keine Flucht aus der Realität,
sondern ihre Erweiterung.
Er versucht, jene Ebenen sichtbar zu machen,
die im rationalen Zugriff oft verloren gehen.
Kunst wird hier zum Dialog mit dem Inneren.
Mit Seele, Bewegung, Resonanz.
Sie ist der Versuch, eine Wirklichkeit sichtbar werden zu lassen,
die sich nicht erzwingen, sondern nur empfangen und in Form übersetzen lässt.